11 Oct 2010

“Ein UFO mit Pools und Sauna”

von European Waterpark Association | Kommentieren Ich bin der HändlerUpdate

EWA Professional Award 2010 für «Les Thermes» (Luxemburg)

Stuttgart – Er gilt als einer der international renommiertesten Fachpreise für Bäderbauten und wird in den Medien gerne als “Europäischer Bäder-Oscar” bezeichnet: der EWA Award, den die European Waterpark Association e.V. für besonders innovative Bäderprojekte vergibt. Verliehen wird er am Donnerstag, den 14. Oktober 2010 um 13 Uhr im Rahmen eines Empfangs bei der INTERBAD-Fachmesse in Stuttgart (im Rahmen der von dem Innenarchitekten Nik Schweiger gestalteten EWA-Sonderschau “Baden im Licht” in Halle 8 der Landesmesse Stuttgart).

In diesem Jahr dürfen sich die Gemeinden Strassen und Bertrange in Luxemburg über die Auszeichnung freuen. Prämiert wird das gemeinsame Projekt «Les Thermes», ein Freizeitbad mit außergewöhnlicher Architektur. “Wie ein UFO mit Pools und Sauna, das am Rande einer Neubausiedlung gelandet ist”, umschreibt Dr. Michael Quell, der Präsident des Qualitätsverbandes der europäischen Freizeitbäder und Thermen, das Bad.

Inspiriert zu der ungewöhnlichen Form wurde das Architektenteam Hermann & Valentiny et Associés, Atelier d’Architecture et de Design Jim Clemes und witry & witry architecture urbanisme allerdings in der Natur, genauer: von einem aufgebrochenen Amethysten. Zur Eingangsseite hin ist «Les Thermes» ein silbrig glänzender, geschlossener Rundbau, zur Gartenfront im Westen öffnet er sich wie bei der Druse eines Kristalls mit einer großen Glasfassade.

So ungewöhnlich wie die Architektur ist auch die Tatsache, dass sich für den Neubau eines Freizeitbades zwei Gemeinden zusammenschlossen, um ein gemeinsames Projekt zu realisieren. Interkommunales Planen und Handeln trat an die Stelle der sonst weit verbreiteten “Kirchturmpolitik”, als die Luxemburger Gemeinden Bertrange und Strassen 2002 eine gemeinsame Gesellschaft CNI «Les Thermes» gründeten, um ein gemeinsames Bäderprojekt für beide Gemeinden zu planen und zu realisieren. Dieses über die Ortsgrenzen hinausgehende Denken fanden die Mitglieder der Fachjury – neben Dr. Michael Quell die Verlegerin und Herausgeberin von “Euro Amusement Professional” Petra Probst und die Bäderexpertin Kim Adam aus Hamburg – vorbildlich für viele andere Regionen Europas.

Das Bauwerk bietet immer wieder neue Überraschungen, Ein- und Ausblicke. Hat der Gast erst einmal den Bade- bzw. Saunabereich betreten, dann öffnet sich der Innenraum zur umgebenden Landschaft und zum Garten hin. Ungewöhnliche Materialien – dunkelrotes Kunstleder als Element der Fassadengestaltung – und

Farbkombinationen lassen «Les Thermes» als einen Solitär unter den Freizeitbädern erscheinen. Das Gebäude bietet durch seine ungewöhnliche Form ein weit über die Region hinausreichendes Alleinstellungsmerkmal. Trotz seiner Größe wirkt das Bauwerk nicht monumental, trotz seiner zur Eingangsseite hin geschlossenen Fassade wirkt es nicht abweisend. Die Gemeinden Strassen und Bertrange haben ein neues architektonisches Wahrzeichen bekommen, das überzeugt, ohne aufzutrumpfen.

Zahlreiche international bekannte Architekten haben sich in den vergangenen Jahren der Gestaltung von Freizeitbädern und Thermen gewidmet und dabei oft ihre bekannte Formensprache auf das neue Thema übertragen, ohne sich in ausreichender Weise mit den Erfordernissen eines Bades und den Bedürfnissen seiner Gäste auseinanderzusetzen. Die Architekten von «Les Thermes» haben dies gemeinsam mit den Betreibern erfolgreich getan, denn die Raumfolgen sind so gestaltet, dass sich für den Gast eine logische Wegführung ergibt und dass die Betriebsabläufe im Alltag tatsächlich auch gut funktionieren können. Die unterschiedlichen Aufgaben, die «Les Thermes» zu erfüllen haben – als Ort für Schwimmunterricht und Schwimmausbildung, als Familienfreizeitstätte und als generationenübergreifendes Angebot zur gesundheitsorientierten Freizeitgestaltung, werden durch die klare Separierung der einzelnen Funktionsbereiche so erfüllt, dass sich die unterschiedlichen Zielgruppen nicht stören.

Sicher war es zunächst die wirklich ungewöhnliche Architektur, die die Jury auf «Les Thermes» aufmerksam werden ließ. Bei genauerer Betrachtung der Bewerbung wurde aber deutlich, dass es nicht nur diese alleine ist, die es verdient, mit dem EWA Award 2010 ausgezeichnet zu werden, sondern auch das Gesamtkonzept, das der Anlage zugrunde liegt.

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